Vitamine direkt von deinem Balkon – auch im Winter

Was macht man in der kalten Jahreszeit mit den leeren Gemüsebeeten, wenn Blattgemüse und Salate längst geerntet sind? Winterportulak sorgt in den Wintermonaten für mehr Abwechslung auf deinem Teller und sorgt dafür, dass deine Beete/Töpfe nicht brach liegen. Schon im Mittelalter wurde das Wildgemüse geschätzt. Heute liegt Winterportulak wieder im Trend: nicht zuletzt aufgrund seiner vielen gesunden Nährstoffe.

Tellerkraut (Claytonia perfoliata) (Quelle: Wikipedia)

Portulak ist nicht gleich Portulak

Der Name «Portulak» wird für zwei verschiedene Gartenpflanzen benutzt: Für den Gemüseportulak (Portulaca oleracea subsp. sativa), der ein Sensibelchen bezüglich Kälte und säuerlich – bitter im Geschmack ist, und für den Winterportulak (Claytonia perfoliata). Auch wenn beide Pflanzen den gleichen Namen tragen, haben sie botanisch gesehen nichts miteinander zu tun. Unseren Winterportulak kennst du vielleicht auch unter dem Name Tellerkraut, Postelei oder – wegen seiner karibischen Vergangenheit – als Kuba-Spinat.

Winter-Vitamin-Power für jeden Balkon

Du kannst Winterportulak sowohl in einem kalten (Tomaten-)Gewächshaus, in einem Hochbeet oder auch einfach in einem Topf aussäen. Ideal wäre ein halbschattiges und zudem geschütztes Plätzchen auf deinem Balkon.

Winterportulak richtig aussäen

Der optimale Zeitpunkt, um Winterportulak auszusäen, ist Anfang September bis November. Vor der Aussaat entfernst du Beikraut und lockerst die Erde in deinem Beet/Topf etwas auf. Am besten verwendest du deine schon bestehende Erde – Winterportulak ist ein sogenannter Schwachzehrer und somit sehr genügsam. Die Erde solltest du nicht düngen, aber achte darauf, dass sie nicht austrocknet. Du steckst die Portulaksamen vorzugsweise 1cm tief, in Reihen von 10 cm Abstand, in die Erde. Winterportulak ist ein Kaltkeimer, deshalb braucht er Temperaturen von unter 12° C um zu Keimen. Mit Frost kann er gut umgehen. Wenn er zwischendurch mal das Wachstum einstellt, hast du (wahrscheinlich 😉) nichts falsch gemacht: Er mag einfach vorzugsweise Temperaturen zwischen 4 – 8° C, damit er optimal wachsen kann. Gute Nachbarn für ihn sind Nüsslisalat, Puffbohnen (erst im Februar setzen), Rucola oder Spinat.

Den Winterportulak ernten…

Nach der Aussaat dauert es etwa sechs bis acht Wochen, bis der erste Portulak geerntet werden kann. Beachte unbedingt, dass du nicht zu tief schneidest (max. 2 cm über dem Boden). Die Blätter wachsen so wieder nach, sodass du innerhalb eines Winters mehrmals ernten kannst.

Wichtig: Ernte unbedingt, bevor er viele Blüten macht. Winterportulak ist ein Selbstbestäuber. Er ist dadurch nicht auf die Hilfe von Bienen und anderen Insekten angewiesen. Was logisch ist, denn Insekten sind im Winter ja auch eher Mangelware. Allerdings kann sich die Pflanze dadurch unkontrolliert verbreiten: Wenn du also nicht aufpasst, findest du diese Blättchen im Frühling schnell in vielen anderen Beeten, Töpfen und Kästen wieder.

… und frisch geniessen!

Winterportulak enthält unter anderem Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen. Nach der Ernte legt man die Blätter locker in eine mit einem feuchten Tuch abgedeckte Schüssel. So bleiben die Blätter im Kühlschrank bis zu einer Woche haltbar. Am besten isst und verarbeitet man sie aber ganz frisch.

Junge Blätter und Stängel kannst du wie Salat essen. Sie erinnern geschmacklich ein bisschen an Nüsslisalat: geröstete Nüsse, Orange und Feta passen perfekt dazu. Oder du streust einige Winterportulak-Blätter auf deine herbstliche Pizza mit Birnen und Pilzen. Grössere Blätter kannst du wie Spinat kochen, bis sie zart sind – wir lieben die Kombination mit geröstetem Kürbis und Datteln. 😋

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