Wasser ist Leben

Wasser ist Leben! Und genauso wie für uns Menschen, ist das kühle Nass auch für Pflanzen überlebenswichtig. Wasser übernimmt in einer Pflanze ähnliche Funktionen wie im menschlichen Körper. In diesem Blog erfährst du, was Wasser mit deinen Gartenpflanzen macht, was es mit dem Wasser-Fussabdruck auf sich hat und was du machen kannst, um Wasser effektiv im Garten einzusetzen.

Wasser als Transporteur und Baustoff

Wasser wird von Pflanzen vor allem für folgende Zwecke benötigt:

  • Als Transporteur von Nährstoffen aus dem Boden + zur Abkühlung (Transpiration)
  • Für den Zelldruck: Pflanzen bestehen aus richtig viel Wasser. Wenig Wasser = wenig Druck = welke Pflanzen, die ihre Köpfe/Blätter hängen lassen.
  • Als Baustein für die Bildung von organischer Substanz

Pflanzen nehmen Wasser aus dem Boden auf, welches dann für Verschiedenes gebraucht wird: auch für die Photosynthese. Ja genau, das ist diese biochemische Reaktion, die wir alle mal in der Grundschule gelernt haben. 😉 Pflanzen nutzen Licht, Wasser und Kohlendioxid, um daraus etwas Neues zusammenzusetzen: nämlich Kohlenhydrate (Glucose) und Sauerstoff. Es wird geschätzt, dass pro Jahr rund 1875 km³ Wasser in der Photosynthese umgesetzt werden. (Quelle: Wikipedia)

Wasser ist nicht gleich Wasser

Grundsätzlich ist es so, dass Wasser aus 2 Teilen Wasserstoff und 1 Teil Sauerstoff besteht (H2O). Es werden aber auch viele wichtige Stoffe wie Mineralien und Nährstoffe in ihm gelöst. Darum schmeckt auch nicht jedes Glas Wasser gleich gut. Und unsere Pflanzen stimmen dem zu.

Wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Art, Alter, Grösse und Gesundheit deiner Pflanze, aber auch Jahreszeit, Temperatur oder Bodenbeschaffenheit. Es gibt keine Standartmenge Wasser: Ein mediterranes Kraut wie z.B. Rosmarin braucht grundsätzlich weniger Wasser als Basilikum oder auch eine Gurke.

Beim Giessen ist die Wasserhärte wichtig, also wie viel Kalzium und Magnesium Wasser enthält. Bei Kontakt mit Kohlendioxid verbinden sich diese beiden Salze zu Kalkstein. Ja genau, das ist das weisse Zeugs, das im Brünneli und am Wasserhahn immer so hartnäckig hängen bleibt. Kalk ist nicht per se schädlich für Pflanzen, denn Kalk kommt ganz natürlich im Boden vor. Bei einer zu hohen Konzentration wird Kalk aber zum Problem, da es die Wasser- und Nährstoffzunahme durch die Wurzeln einer Pflanze erschwert.

Je höher der Härtegrad des Wassers, desto höher ist auch der pH-Wert. In einem Garten wird ein hoher pH-Wert selten zum Problem, denn Regenwasser ist relativ weich (pH-Wert von ungefähr 5,6). Wenn du aber Balkongarten hast und mit Leitungswasser giesst, kann dies zum Problem werden.

Der optimale pH-Wert fürs Giesswasser liegt etwa bei 6 (Also leicht sauer, neutral = 7)

Wenn du den pH-Wert deines Hahnenwassers genau wissen willst, kannst du dir Teststreifen kaufen und das Wasser so testen. Diese bekommst du in der Apotheke oder in der Aquarium-Abteilung.

Wasser_Giesskanne

Du kannst dein Leitungswasser selbst weicher zu machen:

  1. Das geht fast am einfachsten: Füll Leitungswasser in eine Giesskanne und lass es etwa 3 Tage an einem sonnigen Ort stehen.
  2. Verdünnen. Du kannst einfach destilliertes, sprich entsalztes Wasser zu deinem Leitungswasser geben. 2 Teile Leitungswasser, 1 Teil destilliertes Wasser sind eine gute Grundmischung
  3. Erhitzen. Entweder lässt du das Leitungswasser schon heiss aus dem Hahn raus, oder du kannst es auch aufkochen. Dann einen Tag stehen lassen.
  4. Filtere das Wasser vor dem Giessen, entweder durch einen Kaffeefilter oder durch ein Britta-Filter-Gerät.

Der Kreislauf des Lebens

Wasser gehört zu den Grundvoraussetzungen des Lebens auf dem Planeten Erde. Pflanzen sind ohne Wasser undenkbar. Unser Grundwasser dient dem Garten von unten als Wasserreservoir. Regen, Schnee und Tau kommen als Niederschlag von oben dazu. Alle Abläufe einer Pflanze (und alle Produkte daraus) sind abhängig von Wasser.

Der ständige Wasseraustausch einer Pflanze mit ihrer Umwelt ist ein gewaltiges Unterfangen, welches für uns lebenswichtig ist. Als Beispiel: Eine Birke verdunstet normalerweise 70 lt Wasser, an einem heissen Tag kann das aber bis zu 400 lt sein. Diese Feuchtigkeit steigt in die Atmosphäre auf, bildet am Himmel Wolken und fällt als Regen wieder zurück auf die Erde. Rund ¾ des Niederschlags auf der Erde werden von Pflanzen erzeugt, der Rest von den Weltmeeren. Pflanzen sorgen also selbst dafür, dass es wieder regnet – und dass das Wasser im Boden nicht überhandnimmt.

Von der gesamthaft aufgenommenen Wassermenge – die deine Pflanze von Sämli bis zum fertigen Gemüse braucht – bleiben am Schluss im Ernteprodukt nur ca. 1 – 2 % bestehen. Der Rest, den du so liebevoll giesst, wird in der Pflanze anders verbaut und gebraucht, verdunstet oder versickert ganz einfach.

Wasser in der Schweiz und weltweit

Wir in der Schweiz haben das Glück, dass wir richtig gutes, sauberes Wasser aus dem Wasserhahn zur Verfügung haben. Die Lage in den Alpen und somit das Quellwasser macht es für uns einfacher, eine grossartige Trinkwasserqualität zu halten. Aber bereits 2/3 der Weltbevölkerung leidet min. 1 Monat pro Jahr unter Wasserknappheit, rund 500 Millionen Menschen sogar das ganze Jahr durch – Tendenz steigend.

Unser Wasser-Fussabdruck

Schweizer verbrauchen im Haushalt zum Trinken, Kochen, Waschen, … ca. 160 lt Wasser pro Tag. Das können wir gut über die eigene Wasserversorgung decken. Aber unser wirklicher Wasserverbrauch geht über jenen weit hinaus. Denn Wasser ist auch Bestandteil in der Produktion fast aller Konsumgüter: Lebensmittel, Kleider, Autos, … Rechnet man dieses «virtuelle» Wasser mit hinzu, erhöht sich der Schweizer gesamter Wasserverbrauch auf rund 4’400 lt pro Tag und Kopf. 

Beispiele von virtuellem Wasser

1 neuer PC

1 kg Rindfleisch

1 kg Baumwolle

1 kg Tomaten

1 Tasse Kaffee

1 l Flaschenwasser

20’000 l Wasser

15’400 l Wasser

10’000 l Wasser

214 l Wasser

140 l Wasser

4 l Wasser  👉 Es macht also Sinn, die eigene Trinkflasche mit dabei zu haben. 🚰

1 neuer PC =  20’000 l Wasser

1 kg Rindfleisch = 15’400 l Wasser

1 kg Baumwolle = 10’000 l Wasser

1 kg Tomaten = 214 l Wasser

1 Tasse Kaffee =  140 l Wasser

1 l Flaschenwasser = 4 l Wasser

Der Verbrauch von virtuellem Wasser findet meist in Ländern statt, die bereits von Wasserknappheit bedroht sind. Deshalb tragen auch wir Schweizer indirekt über importierte Produkte zum weltweit immer knapper werdenden Grundwasser bei.

Quelle: https://wfw.ch

Tipps für deinen (Balkon-)Garten

Es ist also Fakt: Wir brauchen Wasser, unser Garten braucht Wasser. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser im Garten gibt’s folgende Tipps:

  • Wähle für jeden Standort die passende Pflanze. Planen deinen (Balkon-)Garten richtig. Schaffe Schatten mit Bäumen und Sträuchern, plane bodendeckende Pflanzen mit ein und passe die Pflanze deinem Boden an. (Lehmiger Boden= viel Feuchtigkeit, Sandiger Boden= wenig Feuchtigkeit)
  • Lass die Erde nicht offen liegen: Mulchen ist das Zauberwort. Mulch reduziert die Aufnahme von Schadstoffen aus der Luft und hält den Boden feucht. Es verdunstet weniger Wasser ungebraucht.
  • Sammle Regenwasser für deine Pflanzen in Regentonnen oder Giesskannen.
  • Ein effektiver Wasserspeicher ist Humus: ein humusreicher Boden muss seltener gegossen werden.
  • Giesse nur bei Bedarf und dann effizient! Giesse abends/morgens und nicht bei praller Sonne. Gibt das Giesswasser direkt im Wurzelbereich auf den Boden, giess nicht mit zu starken Strahl und nimm dir Zeit zum Giessen. Und: Wenn du etwas seltener und dafür länger wässerst, zwingst du die Wurzeln dazu, tiefer im Boden nach Wasser zu suchen. Die so entstehende gute Bewurzelung macht die Pflanzen resistenter gegen Trockenheit.
  • Hacke deine Gartenbeete regelmässig: So wird der Wassersog unterbrochen und es verdunstet weniger Wasser.
  • Bei Topfpflanzen kann das Einmischen von Pflanzkohle in die Erde dabei helfen, das Bewässerungsintervall zu verlängern.

Neue Bewässerungsysteme

Viele clevere Köpfe tüfteln an immer besseren Systemen, die uns einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressouce Wasser vereinfachen. Uralte Bewässerungssysteme werden auf den neusten Stand gebracht und moderne Technik eingesetzt, um noch effizienter zu werden. Wir halten euch auf dem Laufenden…

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