Microgreen – Das Superfood selber ziehen

Gerade im Winter, wenn das saisonale, regionale Frischgemüse nicht so reichlich vorhanden ist, wird die Vitaminversorgung für uns Menschen besonders wichtig. Microgreens sind eine geschmacklich abwechslungsreiche Möglichkeit, sich mit Vitaminen zu versorgen. Noch dazu lassen sich Microgreens sehr einfach zu Hause anziehen.

Was ist Microgreen?

Microgreen lässt sich ganz einfach mit „kleines Grün“ oder auch „kleinen Blättern“ (Micro Leaves) übersetzen. Es sind nichts anderes als Gemüse und Kräuter, die sehr jung geerntet werden. Das zarte, vitaminreiche Grün kannst du einfach in flachen Saatschalen mit wenig Erde nach Bedarf kultivieren. Die kleinen Pflänzchen enthalten oft bis zu viermal mehr Vitamine und Mineralstoffe als ausgewachsenes Gemüse. Der Geschmack der einzelnen Micro-Greens ist zarter und nicht so intensiv wie es bei ausgewachsenem Gemüse ist.

Welche Samen kannst du verwenden?

Für die Kultur von Microgreens mit Erde kann man gut Saatgutreste schnellkeimender Gemüse nutzen. Am besten geeignet sind Pflanzen, die schnell keimen und wachsen wie Rucola, Radieschen, Rettich, Bockshornklee, Alfalfa, Sonnenblumenkerne, Randen, Asia-Salate, Brokkoli, Mungobohne, Weizen, Roggen, Kichererbse sowie die bekannte Gartenkresse. Es gibt auch Saatgut speziell für Keimsaaten. Prinzipiell brauchst du kein spezielles Saatgut. Beachte aber, dass herkömmliches Saatgut für die Gemüsekultur oft mit antibakteriellem Keimstop behandelt ist. Das eignet sich nicht gut für Microgreen. Verwende deshalb besser Bio-Saatgut. Du kannst auch bedenkenlos abgelaufenes Saatgut verwenden. Richtig gelagert verderben die Samen nicht. Sie keimen einfach nicht mehr ganz so gut.

Wie säest du aus?

Verwende eine flache Schale. Proffessionelle Microgreenzieher benutzen ein Anzuchthaus mit Schale mit Löchern, Untersetzer und Deckel. Es geht aber auch mit jeder anderen Schale ohne Löcher. Recycle eine leere Beerenverpackung oder entstaube die schöne Sonntagsplatte vom Grosi.

Fülle in die Schale circa 2 cm Anzuchterde. Darauf säest du die Samen dicht aus. Befeuchte nun die Erde und die Samen. Aber achte darauf, dass alles wirklich nur feucht und nicht triefend nass ist. Zum feucht halten eignet sich eine Sprühflasche oder ein Aufsatz für eine PET-Flasche sehr gut. Sind deine gesäten Samen Dunkel- oder Lichtkeimer? Sind es Lichtkeimer, kannst du eine Frischhaltefolie locker über die Schale legen. So verdunstet das Wasser nicht so schnell und die Erde bleibt länger feucht. Oder falls du ein Anzuchthaus verwendest, einfach den Deckel auf die Schale legen. Stelle die Schale an einen hellen Ort aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Frischhaltefolie kannst du nach etwa fünf bis sechs Tagen entfernen. Dunkelkeimer solltest du jetzt beispielsweise mit einer Zeitung abdecken oder sie an einen dunklen Ort stellen. Erst nach ein paar Tagen, wenn die ersten grünen Keime sichtbar werden, kannst du die Abdeckung wegnehmen. Halte die Erde immer gut feucht. Aber achte darauf, dass sich kein Schimmel bildet. Dann solltest du die Microgreens nicht mehr essen und kompostieren.

Wie erntest du die Microgreens?

Ernten kannst du, wenn die Pflänzchen zwei Keimblätter und maximal zwei Laubblätter gebildet haben. Das ist nach etwa 1 bis 2 Wochen bei einer Grösse von circa 1 bis 3 cm der Fall. Die zarten Pflänzchen kannst du etwa Fingerbreit über der Erdoberfläche abzupfen oder schneiden. Sie schmecken sehr lecker in Salaten, auf belegten Broten oder als Gewürz in der Suppe.

Autorin: Friederike Kasten

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